Klage gegen Schufa wegen Diskriminierung

Diskriminiert Schufa Bürger aufgrund ihres Geschlechts?

Die Münchner Rechtsanwältin Caroline Cichon ist nicht damit einverstanden, dass die Schufa sie schlechter bewertet als Ihren Mann und klagt vor dem OLG München, da sie sich wegen Ihres Geschlechts diskriminiert fühlt.

Der Fall:

Frau Cichon hatte sich im Februar 2012 eine Datenübersicht nach § 34 Datenschutzgesetz (Schufa Auskunft) eingeholt. Bei Durchsicht der Übersicht wies die Schufa für Frau Cichon einen Score mit dem Risiko „zufriedenstellend bis erhöht“ aus. Als Sie im Mai 2012 eine zweite Datenabfrage einholte, war der Score noch schlechter, die Auskunft wies jetzt ein „deutlich erhöhtes bis hohes Risiko“ aus.

Bei der Klage bezieht sich Frau Cichon darauf, dass Sie als Anwältin ein regelmäßiges und gutes Einkommen hat. Sie kommt allen Zahlungsverpflichtungen nach und zahlt ihre Kreditraten pünklich, die Gläubiger haben also nichts zu klagen. Das verblüffende an der Sache war, dass Sie ähnlich viel verdiente und sie und Ihr Ehemann besitzen gemeinsame Immobilien. Trotzdem wurde sie von der Auskunftei Schufa schlechter eingestuft als ihr Mann.

Die Einbeziehung des Geschlechts in die Berechnung des Scores sei europarechtswidrig

Frau Cichon sagt: „Ich habe wahrscheinlich keine Chance, mich in dieser Beziehung gegen die Schufa zu wehren.” Die Schufa erklärt, dass ein Berichtigungsanspruch der Klägerin aufgrund ergänzender persönlicher Informationen nicht bestünde, da dann keine mathematisch-statistische Analyse mehr vorliege. „Eine Sonderbehandlung ist nicht möglich“.

Ob und welche Rolle es für die Schufa spielt, ob man weiblich oder männlich ist, will Caroline Cichon zur Not vom Bundesverfassungsgericht oder dem Europäischen Gerichtshof klären lassen.

Gute Erfolgschancen beim Löschen von negativen Einträgen

Beispielsweise komme es vor, dass negative Einträge doppelt eingetragen sind. Die doppelte Eintragung einer Forderung bzw. eines damit verbundenen Negativmerkmals bei der Schufa ist irreführend sowie vertrags- und rechtswidrig, da hierdurch eine zusätzliche Beeinträchtigung der Kreditwürdigkeit möglich ist. Dies geht aus einer Entscheidung des Kammergerichts hervor.

Unfaire Schufa-Bewertungen sind keine Seltenheit. Vor ein paar Jahren war es zum Beispiel üblich, dass Auskunfteien es negativ werteten, wenn sich ein Kunde bei mehreren Banken nach einem Kredit erkundigte. “Jede Bank, bei der ein Kunde nachfragte, schickte ein eigenes Auskunftsersuchen an die Schufa – obwohl der Kunde gar nicht jedesmal um einen Kredit bat, sondern sich nur über die Konditionen erkundigen wollte”

Wenn man nicht weis, wie sein eigener Score bei der Schufa ist und was über einem dort gespeichert ist, sollte man sich schnellsten eine Datenübersicht nach § 34 Datenschutzgesetz (Schufa Auskunft) einholen. Diese Auskunft ist einmal im Jahr kostenlos. Dazu gibt es ein Bestellformular der Schufa. Man kann sich auch online über sein Score informieren, das ist aber kostenplichtig (18,50€).

Negative Einträge löschen lassen!

Holen Sie sich Ihre Bonität zurück

Hat man seine Schufa Auskunft bekommen und  stellt fest, dass es unberechtigte Einträge gibt, geht man am besten dagegen vor. Beispielsweise hat einen Frau durch ein Inkassounternehmen zwei negative Einträge bei der Schufa. Die Schufa führt die Bonität der Frau als “sehr hohes Risiko”, die “Erfüllungswahrscheinlichkeit” war auf 61 Prozent taxiert.

Nachdem sie gegen die unberechtigten negativen Einträge  mit den dementsprechenden Schreiben an die Inkassounternehmen und die Schufa vorgegangen war, wurden die Einträge gelöscht. Nach der Löschung der negativen Einträge freute Sie sich über einen positives Scoring mit “zufrieden stellendes bis erhöhtes Risiko”, die “Erfüllungswahrscheinlichkeit” war auf 91 Prozent gestiegen.

Negativmerkmale

Negativmerkmale werden grundsätzlich nach Ablauf von drei vollen Kalenderjahren, beginnend mit dem Datum der vollständigen Erledigung, gelöscht. Hier gibt es allerdings einige Ausnahmen. Nicht titulierte Forderungen unter 2.000 Euro werden umgehend gelöscht, wenn Meldung und Erledigung binnen eines Monats erfolgen.

Darüber hinaus können Informationen zur abgelegten eidesstattlichen Versicherung und zu Haftbefehlen zur Abgabe dieser umgehend gelöscht werden, wenn der Schufa die Löschung beim Amtsgericht nachgewiesen wird.

Holen Sie sich Ihre Bonität wieder zurück

Jetzt negative Schufa Einträge löschen www.schufa.info

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